Trial in Roth am 19.08.2006

Am 19.08. und 20.08.2006 luden Stefan Schmitt und Annette Dogs zum Trial nach Roth ein. Der Weg zum Trialfeld war sehr gut ausgeschildert, so dass man nicht lange suchen bzw. nachfragen musste. Das Trialfeld war sehr groß und übersichtlich. Was ich sehr schön fand war, dass der Auslasspferch sowie der Ruhepferch von den Schafen auf dem Trialfeld nicht zu sehen waren, jedoch hatten diese bereits beim zweiten Durchgang den Weg zum Ruhepferch im Kopf und zogen automatisch dorthin. Als Hauptaktive wurden die Schwarzkopfmuttern und Schwarzkopfmischlingslämmer verpflichtet, diese liefen im Grunde sehr schön (was mich bei dem saftig satten Grün auf dem Trialfeld sehr wunderte), nur ein paar dicke Schwarzkopfmuttern ließen so manchen Lauf aus den Fugen geraten. Aber so ist das halt mit den Tieren. Ein ganz dickes Lob gebührt auch den Schafstellern Stefan Schmitt u. Phil, Kathrin Müller u. Fly und Horst Ludwig u. ?, da sie durch den langen Weg vom Auslasspferch bis zum Startpfosten und zurück einige Kilometer an diesem Tag zurücklegt haben. Den Hut ziehe ich auch vor Stefan Link als Richter und den Schreiberlingen, die bei immer wärmer werdenden Temperaturen im Auto verharrten und  einen super Job erledigten.

 

DANK an ALLE die dieses Trial ins Leben gerufen haben, es war wirklich schön und ich freu mich schon auf ein Wiedersehen.

                                    KLEINER ERLEBNISBERICHT COON UND VOSS

 

Samstag 19.08.2006: Um 4 Uhr morgens klingelte der Wecker (warum tut man sich das bloß auch am Wochenende an), ganz einfach, weil man Spaß hat einen netten angenehmen Tag mit Gleichgesonnenen zu verbringen und seinen Hund auf fremden Gelände sowie an fremden Schafen zu trainieren. Die Straßen waren schön frei und man konnte ganz relaxt nach Roth tuckern. Leider habe ich mich dann für den Routenplaner entschieden, anstatt der Wegbeschreibung des Veranstalters zu folgen, und der führte mich durch die tiefste Pampa (glaube das war auch viel länger und kurvenreicher), aber angekommen bin ich trotzdem. Waren ja auch nur die letzten paar Kilometer.

Da ich erst um kurz nach 9 Uhr am Trialfeld eintraf, war natürlich das Briefing schon beendet und der Wettkampf im vollen Gange. Da hab ich mir gleich mal Kathrin geschnappt und mich ein bisserl informiert, was zu machen ist. Der Anfang war ja wie immer, 80 m Outran, Turn rechts um einen rum und am Hänger vorbei zum ersten Treibtor. Ins grübeln und schwitzen brachte mich der Trichter (so was hab ich ja noch nie gemacht) und natürlich der Hänger (erst einmal habe ich das Pferchen so schon kaum geübt, haben nämlich keinen, und zweitens ist der Hänger meistens noch schwieriger). Da wir ja erst als 26 und 32 Starter dran waren, hatten wir ja noch jede Menge Zeit diverse Läufe anzuschauen und auch Gassi zu gehen. Ich muss sagen es waren wirklich schöne Läufe dabei, da konnte man richtig neidisch werden.

Nach der Mittagspause dauerte es auch nicht mehr so lange und ich konnte mein Glück mit Coon versuchen (es war mir doch sehr mulmig, da er die Woche bei mir zu Hause sehr krawallig drauf war und seine Ohren auf Durchzug gestellt hatte, also konnte es ja sehr heiter werden). Kathrin stellte die Schafe sehr ruhig, wie sie es immer macht. Ich schickte Coon in den Outran auf die linke Seite und er lief bis nach oben durch, ohne noch mal  ein Kommando von mir zu verlangen. Da Coon Probleme mit schweren Schafe hat, habe ich ihn beim Lift nicht gestoppt (meine Angst war, dass er sie dann nicht an bewegt bekommt) und er hat alles sehr ruhig und ordentlich erarbeitet (für den Lift haben wir alle Punkte bekommen), der Fetsch war ruhig und Coon war sehr gut kontrollierbar. Was mir in letzter Zeit bei Coon aufgefallen ist, dass er sehr gut den Balancepunkt erkennt und er von selber alles so dirigiert das es gerade wird (dies hat er auch beim Pferchen sehr schön gezeigt, so dass ich ihm kaum helfen musste). Der Turn war ruhig und bis zu dieser Stelle war auch alles Super, aber dann kam der Drive. Eine dicke Schwarzkopfmutter meinte „nee jetzt laufe ich nicht mehr und schon gar nicht vor diesem Hund“, da habe ich mit Klopfen auf mein Bein, Coon beim Anschieben der Schafe geholfen (wer Coon kennt, weiß was ansonsten bei solchen Situation passieren kann. Jedoch ging es nicht nur mir so, andere hatten das gleiche Problem und dann verlor so mancher Hund die Nerven und schnappte zu.) . Beim Drive haben wir die meisten Punkte verloren. Beim Trichter arbeitete Coon sehr kooperativ und er nahm die Kommandos sehr gut an, und obwohl wir dieses Hindernis noch nie gearbeitet haben, bekamen wir die volle Punktzahl. Nach einem kurzen Stehen mussten wir die Schafe in den Hänger pferchen. Also nur die Ruhe!!!! Die Schafe kamen nach dem Anbewegen sehr gerade, wollten dann aber an mir vorbei, an dieser Stelle hat Coon sehr schön selber die Gefahr erkannt und mit kleinen Bewegungen entgegengewirkt, sodass wir das zweite mal ganz sauber und ruhig eingepfercht haben. Es hat mich sehr gefreut, dass er endlich mal die kurzen Bewegungen angenommen hat, ansonsten macht er immer zwei Schritte zu viel und die Schafe nehmen einen anderen Weg. Ich war sehr stolz auf mein Coonilein, da er mich mal wieder auf ein neues total überrascht hat.

 

Als 32 Starter durfte Voss sich versuchen und ich war sehr gespannt, was da wohl rauskommen mochte. Meine Entscheidung Voss auf die rechte Seite in den Outran rauszuschicken war falsch (so beschloss es Voss), denn er kreuzte auf die Linke Seite. Wer weiß, vielleicht irritierte ihn etwas, was ich nicht wahrgenommen habe (vielleicht schauten die Köpfe der Schafe nach links?). Bei uns zu Hause läuft er sehr weite schöne Outrans ohne zu kreuzen, und so klappt der Lift dann auch besser. Aber so gut kenne ich ihn ja nach vier Monaten auch noch nicht. Der Fetsch war eine absolute Katastrophe. Weil die Schafe bereits sehr zäh waren und überhaupt nicht mehr die Lust verspürten kooperativ zu sein, pendelte er hinter ihnen wie ein Irrer und machte unheimlich viel Dampf. Beim Treiben packte mich dann die Angst und ich trottelte vor den Schafen her. Am Trichter mühten wir uns ganz schön ab, da die Schafe hier überhaupt nicht durchwollten und Voss auch nicht so ganz bei der Sache war (nach langem hin und her, haben wir es dann doch geschafft). Das Pferchen auf den Hänger klappte hingegen sehr gut. Trotz unseress nicht so tollen Auftritts , war ich sehr zufrieden mit der kleinen Lütte, denn dafür dass wir uns erst seit vier Monaten kennen und wir uns erst noch zusammenraufen müssen, hat es doch sehr gut geklappt. Es ist auch wirklich eine Kunst seinen Hund zu lesen. Bei Coon kenne ich schon die Gesichtsausdrücke und weiß was als nächstes passieren kann, bei Voss muss ich noch viel lernen. Aber es wird.

 

Nach dem letzten Klasse 2 Starter wurde auch recht zügig mit der Siegerehrung begonnen, da ein dickes Gewitter im Anzug war. In Klasse 1 starteten insgesamt 35 Teams (das war der Wahnsinn), jedoch bekamen nur die ersten 10 eine Urkunde. Nach dem die ersten fünf Ihre Urkunden bereits abgeholt hatten, war ich ein bisserl traurig, dass es nicht geklappt hatte mit einer Urkunde, oder doch? Als dann Frauke den dritten Platz aufrief, da traute ich meinen Ohren kaum und ich glaube ich habe geschaut wie ein Ufo. Coon hatte sich 72 Punkte und den dritten Platz erlaufen. Oh war ich stolz auf meine kleine Giftspritze, wer hätte das jemals gedacht. Voss hat immerhin 35 Punkte bekommen, ist doch auch schon mal was, oder?

 

Es war ein schöner und sehr anstrengender Tag und ich bin um 23 Uhr müde und überglücklich ins Bett gefallen.